So findest Du Deinen eigenen Stil - Teil 2

 

Stil gefunden, juchuh! also theoretisch – doch wie nun weiter? Nach langem Hin- und Her-Überlegen hast Du Deine perfekte Stilformel definiert, auch eine schöne Collage zusammenstellt oder Outfits auf Pinterest gepinnt. Doch wenn Du in den Spiegel schaust, hat sich noch nichts groß verändert.

Vielleicht hast Du schon das eine oder andere neue Kleidungsstück gekauft und damit ein bißchen frischen Wind in Deine Garderobe gebracht. Doch Du merkst auch, wie es Dich im Geschäft zu den alt vertrauten, „sicheren“ Farben und Schnitten zieht.

 

Hast Du Dir doch was getraut, stellst Du nun fest, daß es sich irgendwie nicht so recht mit dem Rest Deiner Garderobe kombinieren läßt. Auch morgens, wenns schnell gehen muß, hast Du meist nicht den Nerv, großartig neue Kombinationen auszutüfteln, sondern bleibst beim Alt bewährten. Immerhin – ein neuer Schal – aber das mit dem neuen eigenen Stil hast Du Dir anders vorgestellt... 

 

Also, nochmal tief durchatmen und einen Gang zurückschalten. Wissen ist das eine – die Umsetzung das andere.

 

1. Nimm Dir nochmal Deine Stil-Collage oder Deine Pinterest-Outfit-Sammlung vor: Schau dann ganz genau hin, welche Kleidungsstücke für diese Outfits, wie du sie nun auf den Stil- Fotos deutlich vor dir siehst, benötigt werden und welche sich davon bereits in deinem Schrank befinden. Schau Dir nun auch den Rest Deines Schrankes an. Die Kleidungsstücke, welche die gewünschte Wirkung so überhaupt nicht transportieren, kommen raus. Pack sie in eine Kiste oder häng sie in einen anderen Teil deines Schrankes. Die Kleidungsstücke, die Du verwenden kannst, sortierst Du schön übersichtlich wieder ein. 

 

Modezeitschriften & Kataloge - die perfekte Bildquelle für Deine Stil-Collage
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2. Wähle dir 5-6 Outfits aus Deiner Collage (siehe „Hausaufgabe“ Stil-Artikel Teil 1), die Dir wirklich gut gefallen und die im Hinblick auf Deinen Alltag auch angemessen und tragbar erscheinen. Klebe diese Bilder am besten direkt an den Schrank oder neben den Ganzkörper-Spiegel, der sich hoffentlich in der Nähe befindet.

 

3. Style diese Outfits einfach mal nach. Welche Kleidungsstücke fehlen Dir noch dafür? Gibt es Teile, die in den Outfit-Bildern immer wieder auftauchen, zum Beispiel ein brauner Ledergürtel oder ein bestimmter Jacken-Schnitt? Diese Anschaffung lohnt sich und Du setzt sie auf die Einkaufsliste. Was Dir sonst noch fehlt, probierst Du im Geschäft zumindest einmal an oder bestellst es im Internet und schlüpfst in aller Ruhe zu Hause rein.

 

4. Schau nun in den Spiegel: wie fühlst Du Dich damit? Toll? Dann lass es an oder führe es morgen gleich aus. Warte nicht auf den perfekten Anlass, Kleidung ist nicht da, um geschont zu werden.

Du bist noch unsicher? Fühlst Du Dich unwohl, weil z.B. die Schnitte oder Farben nicht zu passen scheinen, dann probiere eine andere Variante. Taucht das Problem öfter auf, solltest Du vielleicht mal über eine Farb- & Stilberatung nachdenken, bei der diese Punkte ein für allemal geklärt werden. Rührt Dein Unwohlsein eher daher, daß sich einfach alles so ungewohnt anfühlt oder Du von der Wirkung einfach überwältigt bist (So elegant! Ist das nicht zu extravagant? Oh, das sieht toll aus, aber kann ich die Blicke der Leute ertragen?…), dann mach auf jeden Fall ein Foto, häng es auf, gewöhn Dich dran. Morgen sieht die Sache vielleicht schon anders aus.

Trage so ein typgerechtes, aber für Dich herausforderndes Outfit erstmal eine Stunde daheim, um Dich an die Passform zu gewöhnen. Es ist schon was anderes, in ein Kleid zu schlüpfen, nachdem man Jahrelang nur Jeans getragen hat.

 

5. Integriere diese Styles nun nach und nach in Deinen Alltag. Wie gehts Dir damit? Behalte immer das Komplett-Outfit im Auge. Kann sein, daß jedes Teil für sich toll ist, aber passt auch alles zusammen? Ergibt es einen verständlichen Look für´s Gegenüber? Stilmix will gelernt sein.  

 

Wie ist das Feedback in Deinem Umfeld? Hauptsache ist natürlich, Du fühlst Dich wohl. Bleibe immer ganz bei Dir. Deine Stilvorbilder (v.a. bei Stars) sind Inspiration, aber keine Kopiervorlage. Achte darauf, daß die Person, deren Outfit Du bewunderst, Dir in Körperbau und Farbtyp recht ähnlich bist. Sehr wahrscheinlich wirken Outfits einer Kate Perry an einer Reese Witherspoon nicht besonders überzeugend.

 

6. Und was wird aus dem Rest der Garderobe? Nach ein paar Wochen Deines disziplinierten „Stiltrainings“ wirst Du ja merken, ob Du die aussortieren Sachen in den Kisten oder in der anderen Seite des Schrankes wirklich vermisst hast. Wenn ja, dann ist das auch ein klares Zeichen.  Wenn nicht, kannst Du sie nun getrost zum Sommer-Winter-Saison-Wechsel aussortieren.

 

Um jeden Tag gut angezogen zu sein, brauchst Du tatsächlich weniger Kleidungsstücke, als Du vielleicht denkst. Schonmal von einer „Capsule Wardrobe“ gehört? Dieses tolle System werden wir uns demnächst einmal näher anschauen...

 

Bis dahin - viel Spaß mit Deinem neuen Style -  geh raus und zeig Dich! :-) 

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