So findest Du Deinen eigenen Stil - Teil1

“Create your own visual style… let it be unique for yourself and yet identifiable for others.”

Orson Welles

Das ist eins der besten Stil-Zitate, die mir je unter gekommen sind und ich möchte in dem Zusammenhang unbedingt auch auf den letzten Teil des Satzes hinweisen: "... Verständlich für andere." Ich sehe die Verständlichkeit hier nicht in einer Uniformität, also so auszusehen, wie „die breite Masse“, sondern daß die Botschaft, die Du über Deine Kleiderauswahl transportierst, exakt mit Dir (Persönlichkeit, Körper, Lebensumstände) harmoniert.

 

Diese „Botschaft“ (Du und Dein Outfit) möglichst klar zu halten, wirkt sich sehr vorteilhaft auf die Beziehung zu Deinen Mitmenschen aus, denn damit ziehst Du vor allem die Menschen an, die zu Dir (dem was du ausstrahlst) passen und setzt auch die Erwartungen, die sie an Dich (und z.B. Deinen Arbeitsstil) haben, von vorn herein richtig.

 

Insofern kann kam also auch unbedingt feststellen, daß es nicht von Erfolg gekrönt sein wird, sich ein "Image aufzubauen", über die Kleidung einen "Schein" zu erzeugen, den das „Sein“ nicht unterstützt. Klar – "Kleider machen Leute", aber ich behaupte mal, Kleidung kann dauerhaft nur die Qualitäten in Dir unterstützen, die auch wirklich da sind. Hingegen kann man mit unpassender oder unüberlegter Kleidung sein Licht leider gewaltig unter den Scheffel stellen.

 

Deinen eigenen Stil zu finden ist geht nicht von heute auf morgen, denn es ist ein Prozess, der stark an Deine eigene Entwicklung gebunden ist und somit immer in Bewegung. Doch die Mühe lohnt sich, denn bei allem, was das Leben so für uns bereit hält, ob nun beruflich oder persönlich, fühlen wir uns in Kleidern, die (zu) uns passen, deutlich selbstbewußter und schöner und das wirkt sich mit Sicherheit sehr vorteilhaft auf alles auf, was wir anpacken.

 

Doch wie kannst Du Deinen Persönlichen Stil herausfinden?

Was liebst Du?
Was liebst Du?

Nimm dir dazu am Besten ein Blatt Papier und Stift und lass uns gemeinsam folgende Fragen durchgehen:

 

Ganz oben läßt Du Platz für Deine Stilworte, oder – wenn Sie Dir bereits auf der Zunge liegen, schreib sie gleich hin. 2-3 Worte:

 

__________________, _________________, _________________

 

z.B.                     Elegant   ,    Kreativ    ,      Kompetent            oder

                              Klar      ,     Femin   ,    Geerdet              ........ 

 

 

1. Fülle nun aus: Was sind Deine persönlichen Werte, wofür stehst Du? Gibt es ein Thema, das Dir besonders am Herzen liegt, beispielsweise Veganismus? Warum nicht auch in der Kleidung?


2. Lebensumstände: Was ist Dein Beruf? Welche Aussenwirkung ist dabei erforderlich? Hast Du kleine Kinder? Wie alt bist Du? Wir fühlen uns ja oft deutlich jünger (im Herzen), als wir wirklich sind, aber welche Kleidung ist wirklich angemessen?

 
3. Was finden andere (Freunde, Familie, Kollegen,..), das typisch für Dich ist? Ein bestimmtes Kleidungsstück oder eine Farbe, eine Art Schmuck, Eine bestimmte Farbe/Farbkombi oder Deine ganze Art? Wie würden sie das beschreiben?

 

4. Erinnere Dich an „best-fashion-moments“ - also Situationen, in denen Du Dich ganz besonders gut angezogen gefühlt hast. Hast Du vielleicht ein Foto davon? Was war das für ein Outfit? Was war das Besondere daran? Läßt sich das wiederholen, bzw. was davon kannst Du regelmäßig in Deinen Kleider-Alltag integrieren, damit sich diese Momente zukünftig häufen? 

 

5. Notiere weitere „Indizien“, die Dich ausmachen: Hobby: Vielleicht tanzt Du Tango und es prägt Dein ganzes Lebensgefühl. Oder Du nähst gern, warum also nicht einen Teil Deiner Kleidung, statt nur Kissenhüllen? Möglicherweise reist Du oft und gern und könntest Deiner Garderobe durch Schals & Schmuck von unterwegs eine ganz einzigartige Note verleihen. Manch einer schwärmt auch fürs Maritime oder Ländliche (bis hin zu Trachten) oder Du bist fasziniert von einer ganz bestimmten Zeit-Epoche.

 

6. Hast Du ein Stil-Vorbild?: Oft sind das Menschen, die einen Stil für sich gefunden hat, der zu ihrem Typ (Farbe & Form) paßt und auch seine Persönlichkeit und den eigenen Lebensstil widerspiegelt. Und gerade weil das so ein gutes Gesamtpaket ergibt, sind wir so fasziniert, obwohl der Style an sich oft weder besonders extravagant ist oder besondere Kleidungsstücke beinhaltet. (Audrey Hepburn) Vielmals ist es vielleicht sogar wie in ihrem Fall die Schlichtheit und Klarheit Ihrer Outfits, mit denen sie aber immer absolut auf den Punkt kam.

 

 

7. Ergänze Deine Stil-Recherche nun noch durch Fotos von Outfits, die Dir sehr gut gefallen, z.B. aus Katalogen, Zeitschriften, Blogs oder Pinterest. (Gib dort z.B. einfach mal Deinen Farbtyp ein, es wird Dir im Nu eine Fülle von Ideen und Kombinationen angezeigt.


8. Resumeé: Nun schau Dir alle Deine Notizen und Bilder genau an und überprüfe, ob etwas heraussticht oder für Dich besonders wichtig ist. Ein Wort, das immer wieder auftaucht. Was sind die typischen Elemente Deines Stils? Wie könntest Du einen Vintage-Style in die „Neuzeit“ transportieren? Eine Farbe, die Dich glücklich macht und Dir perfekt steht? z.B. Kirschrot für Muster und Accessoires, ohne gleich komplett als Rockabilly-Braut unterwegs zu sein? … Streifen, Blau-Weiß-Rot (-oder Gelb) -Kombinationen, Leinen und Maritime Symbole, falls Du im Herzen eine Seemannsbraut bist ;-) …. Lidstrich, puristischer Rollkragen-Pulli und ein Statement-Schmuckstück, um wie die oben genannte Audrey Hepburn zu entzücken?


Screenshot meines Pinterst-Boards: "Yellow"
Screenshot meines Pinterst-Boards: "Yellow"

9. An diesem Punkt kannst Du auch Deine Stilworte auch noch einmal überdenken oder ergänzen. Das Schwierige ist sicherlich, daß Du nicht nur geradlinig einen Stil favorisierst, sondern eine Mischung. Doch was leuchtet aus all dem am Meisten hervor, was könnte Dein Alleinstellungsmerkmal oder „Signature Style“werden? Ein be- stimmtes Accessoire? Eine Farbe?...

 

10. Spätestens jetzt solltest Du Deine Stil-Collage erstellen und zwar auf Papier. Druck Dir Bilder aus, zerschnippel Zeitschriften und Kataloge und klebe alles auf. Zwischen den Outfitbildern sollte noch Platz sein für ein Portrait von Dir, Deine Stilworte und auch Lieblings-Farb-Kombinationen.

Häng sie auf, vielleicht sogar in einem schönen Bilder-Rahmen und erfreue Dich jeden Tag daran.

Plane nun 5 Outfits, die Deinen Style perfekt transportieren und mach Dich an die Umsetzung.

 

>>Denke unbedingt daran, Deine „Best-Fashion-Moments“ fotografisch festzuhalten! (z.B. in einer App wie "Stylebook" oder "mein Kleiderschrank"

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Irmgard (Donnerstag, 04 August 2016 16:54)

    Wow! Was für ein toller Blog! Soooo viel zum Überlegen, soooo viel zum Für-sich-selber-Forschen :-)
    Weil mir Wohlbefinden und Gemütlichkeit, Bequemlichkeit beim Vortragen und Trainieren wichtig sind, habe ich lange nicht auf mein "bewusstes Äußeres" gemacht. Dank dir, liebe Sophie, geh ich das jetzt an!

  • #2

    Susanne (Freitag, 03 Februar 2017 14:06)

    So vertieft hatte ich da noch nie drüber nachgedacht, eher ob ich klassisch oder Sportlich bin und wie man das verbinden könnte. Wahrscheinlich muß ich das zukünftig wirklich komplexer sehen.. Danke für die Anleitung!